Mit Act - Zeitschrift für Musik & Performance ruft das Forschungsinstitut für Musiktheater in Thurnau (fimt) ein internationales und interdisziplinäres Publikationsorgan ins Leben, das eine Plattform für Aufsätze, Rezensionen und Kolumnen an den Schnittstellen der Disziplinen Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft, Tanzwissenschaft und Medienwissenschaft bieten soll. Act legt besonderen Wert auf Methodenvielfalt und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Heft 10

Ausgabe 10 - Oper_Musik_Theater

August 2021

ISSN 2191-253X

Inventur. Annäherung an zeitgenössische Musiktheaterkonzeptionen für Opernbühne und Konzertsaal

von Stefan Drees

Seit geraumer Zeit lässt sich in der Neue-Musik-Szene ein verstärktes Interesse an den Bedingungen und Möglichkeiten musiktheatraler Ausdrucksformen erkennen, dem auf musik- und theaterwissenschaftlicher Seite eine intensivierte theoretische Auseinandersetzung entspricht.

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Ambivalent Engagement: a plaidoyer for a new opera practice

von Hauke Berheide & Amy Stebbins

In ihrem Beitrag schlagen der deutsche Komponist Hauke Berheide und die US-amerikanische Regisseurin/Librettistin Amy Stebbins eine Ästhetik des sogenannten „Ambivalent Engagements“ als konzeptionellen Rahmen für die Konstruktion von Erzählungen in der zeitgenössischen Oper vor.

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Making Sense of Performance. A New Approach to Performance Analysis

von David Roesner

Wenn wir ins Theater gehen – sei es, um Drama, Musiktheater, Tanz oder irgendeine andere Form der Aufführung zu sehen – treten wir in einen komplexen und "unordentlichen" Prozess ein, in dem wir dem, was wir sehen, hören, fühlen und denken, einen Sinn geben.

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Synthesizer, Resonanz, Modulation: Auf dem Weg zur musikalischen Schicht des Theaters

von Rasmus Nordholt-Frieling

Der Beitrag geht der Frage der Musikalität theatraler Gefüge nach. Musikalität soll als eine spezifische, sich historisch verändernde relationale Bezogenheit begriffen werden, die der Denk- und Beschreibbar-Machung auch nicht vornehmlich klanglicher Praktiken dienen kann. 

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Practicing Between Categories: A Hermeneutics of Ritual-like New Music

von James Maher

Musiktheater, das seine formalen und wirkungsästhetischen Charakteristika aus dem Ritual ähnlichen Strukturen bezieht, ist aus den Musiktheaterentwicklungen der 1960er Jahre hervorgegangen.  Nach dem Musikwissenschaftler Anthony Sheppard (2001) greifen Komponist*innen im ritualhaften Musiktheater auf Materialien zurück, die aus spezifischen „kulturellen, rituellen oder religiösen Quellen“ stammen, und adaptieren sie kompositorisch innerhalb dramaturgischer Erzählungen.

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Audience Perception in Experiential Embodied Music Theatre: A Practice-based Case Study

von Litha Efthymiou & Martin Scheuregger

Ein verbreitetes Merkmal von Werken des zeitgenössischen Musiktheaters ist, dass sie über verschiedene disziplinäre Grenzen hinweg angesiedelt werden, was oft zu einer komplexen Schichtung von Musik mit anderen künstlerischen Formen wie Theater, Text, Film und Bewegung führt.

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“Hinter den Spiegeln warten nur Spiegel”: Myth, Dystopia, and Utopia in Peter Eötvös’s Paradise Reloaded (Lilith)

von Jane Forner

Alternativ zur Darstellung von zeithistorischen und biographischen Narrativen auf der Opernbühne hat sich in den letzten Jahren eine gegensätzliche Auseinandersetzung mit dem Mythischen Oper entwickelt. Dieser Aufsatz analysiert Péter Eötvös Oper Paradise Reloaded (Lilith) (2013) als Beispiel für eine kompositorische Annäherung an eine ‚zurückliegende Vergangenheit‘ als Mittel zur Befragung der politischen Situation der Gegenwart.

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Elena Mendoza and Matthias Rebstock’s La ciudad de las mentiras: Fiction as polyphony

von Carmen Noheda

Diese Studie befasst sich mit dem kreativen Prozess von La ciudad de las mentiras (Stadt der Lügen), ein Musiktheater, das von der Komponistin Elena Mendoza und dem Regisseur Matthias Rebstock kreiert wurde. La ciudad de las mentiras wurde 2017 im Auftrag von Gerard Mortier als erstes Musiktheaterwerk in der 200-jährigen Geschichte des Teatro Real in Madrid uraufgeführt.

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