Mit Act - Zeitschrift für Musik & Performance ruft das Forschungsinstitut für Musiktheater in Thurnau (fimt) ein internationales und interdisziplinäres Publikationsorgan ins Leben, das eine Plattform für Aufsätze, Rezensionen und Kolumnen an den Schnittstellen der Disziplinen Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft, Tanzwissenschaft und Medienwissenschaft bieten soll. Act legt besonderen Wert auf Methodenvielfalt und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Heft 9

Musiktheater in der Krise? Positionen zwischen Institution und Ästhetik

Mai 2020

ISSN 2191-253X

Dialog – ein Weg durch die Krise

von Elsa Büsing

Ich werde mich ausgehend von Bachtins Theorem der Dialogizität über den Begriff des Dialogs dem zeitgenössischen Musiktheater nähern, dabei speziell die Relation zwischen Performance, Publikum und Spielort in den Blick nehmen.

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Institution als Landschaft. Heiner Goebbels’ „entfernte Verwandte“ in künstlerischer Zusammenarbeit und Ausbildung

von Benjamin Hoesch

Wenn von der gegenwärtigen Theater- oder Opernlandschaft die Rede ist, ist damit meist die Möglichkeit des Publikums gemeint, aus einer Vielzahl distinkter, aber in sich erwartbarer in-stitutioneller Angebote zu wählen. Nur wenige Künstler*innen haben versucht, Institutionen auch produktionsästhetisch als Landschaft zu begreifen, in der überraschende und dynami-sche Assoziationen ohne ein definierendes Zentrum möglich werden.

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Editorial

von Ulrike Hartung & Anno Mungen

Diese bislang umfangreichste Ausgabe von ACT widmet sich aus vielen verschiedenen
Perspektiven und mit unterschiedlichen theoretischen und wissenschaftlichen
Hintergründen der Erforschung einzelner Aspekte dieses Diskurses. Sie versammelt
somit eine Vielzahl an Arten und Weisen, über diese Zusammenhänge zu sprechen, die
sich nicht nur in den heterogenen Formen der Texte äußert, sondern auch in deren
jeweiligen spezifischen Vokabular. Ein Zusammenbringen dieser Stimmen erscheint
nicht nur sinnvoll, sondern geradezu erforderlich, um sich diesem weiten und überaus
komplexen Forschungsfeld angemessen zu nähern.

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Musikalische Flashmobs – Funktioniert der öffentliche Raum noch als Bühne?

von Clara-Franziska Petry

Dieser Aufsatz diskutiert die Krise des fehlenden Nachwuchspublikums in der klassischen Musik, insbesondere dem Musiktheater, und bietet einen Überblick über Projekte außerhalb des Stadt- und Staatstheaters. Ausgehend von Open-Air-Konzerten sollen musikalische Flashmobs vorgestellt werden, deren Ziel es ist, Passanten rein zufällig anzusprechen.

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Begegnungen mit dem „Fremden“ - Wahrnehmungsdiskurse im zeitgenössischen Musiktheater

von Christiane Plank-Baldauf

Haben zeitgenössische Komponisten wie Mauricio Kagel, Luigi Nono oder Manos Tsangaris traditionelle Hörerwartungen aufgebrochen, räumliche Setzungen (wie die Teilung in Bühne- und Zuschauerraum) hinterfragt oder mit der theatralen Wirkung von Klängen experimentiert, so spiegeln sich seit etwa dreißig Jahren derartige Auseinandersetzungen mit musiktheatralen Erzählweisen auch im zeitgenössischen Musiktheater für junges Publikum wider.

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Lange Planungshorizonte im Musiktheater: Hindernis oder Chance? Einige praxisbasierte Überlegungen

von Merle Fahrholz

Der Artikel setzt sich mit der Frage auseinander, was dieser langfristige Planungshorizont für die Oper als Genre bedeutet, für die Sparte der Stadttheater und für die Entwicklung des Musiktheaters als publikumsrelevante Bühnenform.

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Erzählte Zeit – Zeiterfahrung als Narrativ im Musiktheater heute

von Ulrich A. Kreppein & Fabian Czolbe

Narration in aktuellem Musiktheater wurde lang in zwei Modi gedacht: Zum einen als etwas, das Tradition und Linearität in der Erzählstruktur bedient und zum anderen als etwas, das ebendies negiert (anti-Narration). Dass es zwischen diesen beiden Polen alternative Ansätze gibt, zeigt nicht zuletzt die Literatur- und Theaterwissenschaft, ausgehend von den postdramatischen Theorien Hans-Thies Lehmanns. Die Verengung von Narration auf ein Verständnis als Plot oder als Negation von Narration verstellt die Analyse aktueller Musiktheaterproduktionen.

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Oper in der Creative City

von Tillmann Triest

Die Creative City boomt – sie wird gefördert, gefeiert und vermarktet. Richard Florida identifizierte das „kreative Kapital“ einer Stadt als Motor für deren wirtschaftliches Wachstum. In London oder Berlin geht das auf. Doch dabei lösen sich immer mehr die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit auf. 

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